Reinkarnation und
Wiedergeburt.
Die im Osten weitverbreitete
Lehre von der Wiedergeburt
(Reinkarnation) beruht auf der
Annahme, die Seele eines
Menschen löse sich im Tode vom
Körper und werde gleichzeitig
- oder zu einem späteren
Zeitpunkt - in einem anderen
Körper wiedergeboren. Diese
Vorstellung steht im Zentrum
buddhistischer und
hinduistischer Überlieferung.
Das Rad des Lebens oder auch
der Kreislauf der Wiedergeburt, -
"Samsara" genannt - kommt zum
Stillstand, wenn die
Auswirkungen früherer Taten
abgetragen sind - "Karma". Ob
für diese Befreiung der Seele
("Moksha") eine höhere Instanz
- also ein Gott - zuständig
ist oder ob sie sich "einfach
so" vollzieht, als
Verschmelzung mit einer
unerpersönlichen kosmischen
Energie, wird unterschiedlich
gelehrt.
In der westlichen Kultur wurde
die Reinkarnationslehre vor
allem durch Pythagoras und
Platon geprägt, später dann
von den Philosophen Lessing
und Schopenhauer wieder
aufgegriffen. Auch Goethe hat
sich positiv damit auseinander
gesetzt. In der Neuzeit waren
es vor allem die Theosophen
wie Rudolf Steiner und Helena
Blavatsky. Richtig publik
geworden ist der Glaube an die
Reinkarnation in Deutschland
vor allem durch die Bücher von
Thorwald Dethlefsen, der
ausführliche Rückführungen
dokumentiert und kommentiert
hat.
Die Reinkarnationslehre
geht relativ linear vor -
sozusagen ein Leben nach dem
anderen, wobei die Probelme
und vor allem die Traumata der
einzelnen Leben in die
nächsten Leben wieder
hineinwirken und oft zu
unerklärlichen Symptomen und
Ängsten führen. Es gibt aber auch
Richtungen, die diese Leben
als parallel ablaufend sehen.
Dabei wird dann unser enges
Bild von der Wirklichkeit von
Raum und Zeit völlig über den
Haufen geworfen. Raum und
Zeit lösen sich auf, und die
unzähligen Leben können
gleichzeitig existieren wie
unterschiedlichste
Traumsequenzen, oder
verschiedene Rollen in ein und
demselben Theater. Dabei wird
auch ein ganz neues
Verständnis von "Karma" oder
auch von Erlösung und Heilung
gesehen. Der Mensch ist
sozusagen zu jedem Zeitpunkt
seines Lebens in der Lage in
voller Verantwortung zu
handeln und dabei auf alle
Ebenen durchzuwirken, sprich
in alle seine Leben hinein.
Das bedeutet wiederum, dass
man es nicht mehr einfach auf
"morgen", sprich in dem Fall
auf ein nächstes Leben
schieben kann. Das Leid oder
Glück liegt immer im
jeweiligen Augenblick und in
der Verantwortung jedes
einzelnen. Jeder ist somit
tatsächlich seines Glückes
Schmied und es gibt nicht mehr
die Möglichkeit, andere oder
auch das Schicksal dafür
verantwortlich zu machen. |